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b.15
„We were right here!!“ (Uraufführung) / Martin Chaix Rebound - Topple - Splash (Uraufführung) / Antoine Jully Pond Way / Merce Cunningham Crop (Uraufführung) / Amanda Miller Inclination (Uraufführung) / Regina van Berkel
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Weitere Termine
Opernhaus Düsseldorf
Juni 2013
| Fr | | | 07.06. | | 19:30 | |
Juli 2013
| Fr | | | 12.07. | | 19:30 | |
Dauer: 2 ½ Stunden, zwei Pausen
„We were right here!!“ (Uraufführung)
Martin Chaix
Der Titel von Martin Chaix’ erster Choreographie für das Ballett am Rhein führt uns unmittelbar ins Ballettstudio. Am Tag seiner Ankunft in Düsseldorf im Herbst 2009 entdeckte der Tänzer und Choreograph die an die Wand des Ballettsaals geschriebenen Worte:„We were right here! At the right time“. In der Konzeption seines Stückes beschreibt Martin Chaix seine Auseinandersetzung mit diesen Worten, die ihn – mal durch etwas davor Gehängtes versteckt, mal ins Auge springend – immer aufs Neue zum Denken anregen. Eine Reflektion, die von der Verortung und Bewusstwerdung der Verankerung im Hier und Jetzt ausgeht und anhand dieses Ankers den Rückbezug auf das Vergangene und die Perspektive auf das Kommende wirft. Ein Gedankenversuch, der die Allgegenwärtigkeit von Veränderung und den mal ängstlichen, mal freudvollen Umgang damit thematisiert.Der Aspekt der Veränderung und die Frage nach dem Verorten seiner selbst brachte Martin Chaix auch zu Alfred Schnittke und seinem Konzert für Chor, dessen 1. Satz der Choreograph für seine Uraufführung verwendet. Schnittke als Wanderer zwischen den Religionen und Kulturen, als Suchender seiner eigenen Identität schien ihm das ideale musikalische Gegenüber. Auch in der Unmittelbarkeit der Chormusik, der Klangerzeugung allein durch Mittel des menschlichen Körpers sieht Martin Chaix eine enge Verbindung zum Tanz, welcher „die Anwesenheit des Körpers, die bloße Tatsache, präsent zu sein, voraussetzt“.
Geboren in Frankreich wurde Martin Chaix an der Ballettschule der Opéra National de Paris ausgebildet und nach seinem Abschluss ins dortige Ensemble unter der Leitung von Brigitte Lefèvre übernommen. 2006 wechselte er als Solist ans Leipziger Ballett unter der Leitung von Paul Chalmer. Für die Pariser Oper kreierte Martin Chaix 2006 seine ersten eigenen Choreographien, es folgten 2007 für das Leipziger Ballett „Lady“, „Lob der Tränen“, „Und so weiter …“ sowie 2010 für die Noverre-Gesellschaft Stuttgart „Voices“. Seit 2009 ist er Mitglied des Balletts am Rhein.
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„WE WERE RIGHT HERE“ (Uraufführung)
Martin Chaix
MUSIK
1. Satz aus dem Konzert für Chor von Alfred Schnittke
Choreographie Martin Chaix
Bühne Felix Aarts
Kostüme Catherine Voeffray
Licht Volker Weinhart
Tänzerinnen Camille Andriot, Doris Becker, Wun Sze Chan, Mariana Dias, Cristina Garcia Fonseca, Feline van Dijken, So-Yeon Kim, Nicole Morel
Tänzer Jackson Carroll, Sonny Locsin, Alexandre Simões, Maksat Sydykov
Rebound - Topple - Splash (Uraufführung)
Antoine Jully
Als Auftragswerk zum 30. Hochzeitstag des Diplomatenehepaars Robert Woods Bliss komponierte Igor Strawinsky 1937 das Concerto in Es mit dem Titel „Dumbarton Oaks“, genannt nach dem Landsitz der Auftraggeber. Über den Entstehungshintergrund berichtete er: „Während ich das Concerto komponierte, hörte ich viel Bach und war vor allem von seinen Brandenburgischen Konzerten sehr angetan. Das Anfangsthema meines ersten Satzes bedient sich bewusst am dritten Brandenburgischen Konzert. Bach hätte bestimmt nichts dagegen gehabt, war die Wiederverwendung von bestehendem Material doch eine von ihm häufig angewandte Praxis.“ „Dumbarton Oaks“ gehört zu den Werken aus Igor Strawinskys neoklassischer Schaffensphase. Der Choreograph Antoine Jully entschied sich für seine zweite Uraufführung beim Ballett am Rhein bewusst, keine Bühnenmusik des russischen Komponisten zu verwenden, sondern dieses abstrakte Werk, welches sich am Stil barocker Konzerte orientiert und diesen mit neuen Auffassungen über Harmonie und Rhythmik neu interpretiert. Die Instrumentalisten treten in den drei ineinander übergehenden Sätzen zwischenzeitlich solistisch hervor und erfüllen somit den Anspruch eines Nebeneinanders von Ensemble und Soli. Ein Nebeneinander, das auch auf den Tanz übertragbar ist und das Antoine Jully für seine Choreographien voraussetzt.
Drei Bewegungsqualitäten sind es, die Antoine Jully in seinem Titel benennt: „Rebound“ als federnder Rückstoß, „Topple“ als unvermittelter Fall und „Splash“ als explosionsartige Ausdehnung sind Techniken, die den jungen Choreographen sowohl im Zusammenhang mit Körperschwerkraft als auch mit rhythmischer Qualität interessieren. „Rebound – Topple – Splash“ konstruiert ein Netz dreier Spielelemente – wir dürfen gespannt sein, wie uns der Choreograph damit fesselt.
Ausgebildet am Conservatoire national supérieur de musique et de danse in Paris tanzte Antoine Jully u. a. im Corps de ballet der Opéra National de Paris und am Royal Ballet London, wo er auch eigene Choreographien präsentierte. 2005 engagierte Martin Schläpfer ihn in sein ballettmainz, seit 2009 ist er Mitglied des Balletts am Rhein, wo er in der Spielzeit 2011/12 mit „Inside“ seine erste Uraufführung zeigte.
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REBOUND - TOPPLE - SPLASH (Uraufführung)
Antoine Jully
MUSIK
Concerto in Es „Dumbarton Oaks“ von Igor Strawinsky
Choreographie, Bühne und Kostüme Antoine Jully
Licht Volker Weinhart
Tänzerinnen Ann-Kathrin Adam, Marlúcia do Amaral, Carolina Francisco Sorg, Virginia Segarra Vidal, Julie Thirault
Tänzer Christian Bloßfeld, Paul Calderone, Marcos Menha, Chidozie Nzerem, Remus Sucheana
Pond Way
Merce Cunningham
Vor der pointillistischen, schwarz-weißen „Landscape with Boat“ von Roy Lichtenstein entfaltet sich eine faszinierende naturhafte Bewegungswelt. Wie Algen in der Strömung des Wassers, Vögel treibend im Wind erscheinen die Tänzerinnen und Tänzer in ihren von Suzanne Gallo kreierten weich-fließenden und mit weiten Flügeln an Armen und Beinen ausgestatteten weißen Kostümen in einem nie abreißenden Bewegungsstrom. Die 1998 in Paris uraufgeführte Choreographie „Pond Way“ zählt zu Merce Cunninghams sogenannten „Naturstudien“, ein poetisch-kontemplatives Tanzstück von großer figurativer Kraft.Als Merce Cunningham im April 2009 im Alter von 90 Jahren verstarb, endete auch eines der bedeutendsten Kapitel der Tanzavantgarde des 20. Jahrhunderts. Komponisten wie John Cage, David Tudor, Earle Brown, Walter Zimmermann, Brian Eno und Takehisa Kosugi zählten zu seinen Partnern, Bildende Künstler wie Andy Warhol, Robert Rauschenberg, Roy Lichtenstein, Robert Morris, Bruce Nauman, Jasper Johns und Mark Lancaster waren seine Mitarbeiter. In engem Austausch und doch völlig unabhängig von ihnen kreierte der amerikanische Tänzer und Choreograph Cunningham seine Werke mittels Zufallsoperationen, inspiriert durch die chinesische Lehre des I-Ging: Unabhängig von der Musik, mit der sie lediglich die Spieldauer gemeinsam haben, unabhängig aber auch – und doch auf zugleich merkwürdige und unerklärliche Art miteinander eine Symbiose eingehend – von Bühne, Licht und Kostümen. Den Tanz begriff Cunningham als räumlich-zeitliches Phänomen. Von jenem von der klassischen Danse d’école imaginierten zentralen Mittelpunkt im Bühnenraum und Tänzerkörper wollte er nichts wissen. Vielmehr ereignete und entwickelte sich für ihn – einer These Albert Einsteins folgend – Bewegung in jedem Teil des Körpers und des Raumes: „Es gibt keine festen Punkte im Raum.“ Wenn es aber „keine festen Punkte gibt, dann ist jeder gleich interessant und gleich beweglich“. Um den Tanz, die Bewegung, den Bewegungsfluss an sich ging es ihm – und um die Autonomie der einzelnen Künste.
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POND WAY
Merce Cunningham
MUSIK
„New Ikebukkuro“ für drei CD-Player von Brian Eno
Choreographie Merce Cunningham
Bühne Roy Lichtenstein
Kostüme Suzanne Gallo
Licht David Covey
Einstudierung Andrea Weber
Tänzerinnen Ann-Kathrin Adam, Camille Andriot, Wun Sze Chan, Mariana Dias, Feline van Dijken, Nicole Morel, Louisa Rachedi, Virginia Segarra Vidal
Tänzer Paul Calderone, Marquet K. Lee, Sonny Locsin, Bruno Narnhammer, Bogdan Nicula
Crop (Uraufführung)
Amanda Miller
Schon früh kristallisiert sich in Amanda Millers Biographie das Nebeneinander von klassischem Tanz und zeitgenössischer Kunst heraus: In den frühen 80er Jahren zwischen Berlin und New York pendelnd, gehörte sie ebenso zum Corps de Ballet der Deutschen Oper Berlin wie u. a. auch zum Umfeld experimenteller Kunstkollektive wie COLAB. Die Arbeit im Kollektiv und die Anbindung des klassischen Tanzes an heutige Kunstformen entwickelten sich zu Grundsäulen ihres choreographischen Schaffens. Während ihrer Zeit als Tänzerin und Resident Choreographer bei William Forsythes Ballett Frankfurt kreierte Amanda Miller 1988 das Stück „Pretty Ugly“, welches Namensgeber für ihre 1992 gegründete Compagnie wurde. Zunächst als unabhängiges Ensemble ins Leben gerufen, wurde Pretty Ugly bis 2004 am Theater Freiburg und später am Schauspiel Köln eingebunden. Durch den experimentellen Umgang mit der Weiterentwicklung tanztechnischer Konventionen begeisterte die Compagnie das Publikum ebenso wie die Presse. Dem interdisziplinären Ansatz verschrieben schaffte es die mehrfach ausgezeichnete Choreographin, Künstler aus verschiedenen Bereichen an sich zu binden. Zu diesen langjährigen Partnern gehören auch der Komponist Fred Frith und der Bühnenbildner Seth Tillett, mit denen Amanda Miller bei ihrer ersten Choreographie für das Ballett am Rhein zusammenarbeitet. Musik ist wichtiger Bestandteil in Amanda Millers Leben und zugleich Inspiration und Ausgangspunkt für neue Choreographien. In ihren Stücken versucht sie, einen Dialog mit dem Zuschauer herzustellen, dessen Imagination anzuregen und ihn einzuladen, den Gedanken freien Lauf zu lassen. Während der Proben nutzt Amanda Miller das Mittel der Improvisation, um die Tänzer mit dem Bewegungsmaterial vertraut zu machen und es ihnen zugleich zu ermöglichen, es sich anzueignen, die eigene „Stimme“ zu finden. Erst dann sind die Grundlagen für jenen Austausch geschaffen, der für ihre Proben notwendig ist: „Meine Arbeit hängt vom Dialog ab, der zwischen mir und den Menschen, mit denen ich zusammenarbeite, entsteht. Kommunikation ist der grundlegende Anfangspunkt, weil wir versuchen, eine physische Sprache zu kreieren, die von allen verstanden werden kann.“
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CROP (Uraufführung)
Amanda Miller
MUSIK
Fred Frith
Choreographie, Kostüme und Licht Amanda Miller
Bühne und Licht Seth Tillett
Tänzerinnen Sachika Abe, Camille Andriot, Wun Sze Chan, Feline van Dijken, Cristina Garcia Fonseca, Carolina Francisco Sorg, Christine Jaroszewski, Yuko Kato, Anne Marchand, Nicole Morel, Claudine Schoch, Virginia Segarra Vidal
Tänzer Jackson Carroll, Florent Cheymol, Philip Handschin, Marquet K. Lee, Sonny Locsin, Boris Randzio, Remus Sucheana, Pontus Sundset
Inclination (Uraufführung)
Regina van Berkel
„Ich beabsichtige mit meinen Titeln, viele Bilder hervorzurufen und Bewusstseinsräume zu öffnen, die Fantasie anzuregen.“ Dieser Ansatz der niederländischen Choreographin Regina van Berkel ist auch im Titel ihrer neuen Arbeit für das Ballett am Rhein zu erkennen: „Inclination“, ein Begriff, der in der deutschen Übersetzung zahlreiche Bedeutungen haben kann. Nach „Frozen Echo“ und ihren Intermezzi zu Martin Schläpfers „Unleashing the Wolf“ in der Spielzeit 2010/11 zeigt Regina van Berkel mit „Inclination“ eine Uraufführung zu Alan Hovhaness‘ Streichquartett Nr. 4 „The Ancient Tree“. Mit diesem Beinamen nimmt der Komponist Bezug auf einen alten Baum im Garten seines Onkels, auf welchen er als Kind gerne kletterte und von dort die Aussicht genoss. Beginnend mit einem träumerischen Adagio und einer leichtfüßigen Fuge als Mittelteil nimmt die Komposition nach dem getragenen Beginn des 3. Satzes eine unerwartete Wendung. Der 1911 in Amerika geborene Alan Hovhaness, der u. a. Elemente armenischer und fernöstlicher Musik in seine Kompositionen integrierte, galt stets als Freigeist, der seinen eigenen, unverwechselbaren Weg verfolgte. Hovhaness hinterließ ein außergewöhnlich großes Œuvre und ist der Tanzwelt durch mehrere Auftragskompositionen für Martha Grahams Choreographien (darunter „Ardent Song“ und „Circe“) bekannt. Inspiriert von der kontemplativ-pantheistischen Atmosphäre der Musik wird sich Regina van Berkel wie vor jedem Projekt viel Zeit für die Entwicklung der Choreographie nehmen. „Ich muss die Idee reifen lassen, bis ich eine Art roten Faden für das Stück verinnerlicht habe. Diese Haltung ermöglicht mir dann, die Schritte im Studio befreit zu entwickeln, ohne dabei die Basis, den roten Faden zu verlieren.“
Wie bereits für „Frozen Echo“ wird Regina van Berkel auch für „Inclination“ mit dem Installationskünstler Dietmar Janeck zusammenarbeiten, der mit seinem Bühnenentwurf dem Facettenreichtum und der Vielfältigkeit an Ebenen und Schattierungen, welche in Alan Hovhaness’ Musik und der Arbeit der Choreographin enthalten sind, weitere Perspektiven hinzufügt.
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INCLINATION (Uraufführung)
Regina van Berkel
MUSIK
Streichquartett Nr. 4 („The Ancient Tree“) von Alan Hovhaness
Choreographie und Kostüme Regina van Berkel
Bühne und Licht Dietmar Janeck
Tänzerinnen Ann-Kathrin Adam, Doris Becker, Louisa Rachedi
Tänzer Paul Calderone, Marcos Menha, Alexandre Simões, Maksat Sydykov



























