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b.14
The Leaves are Fading - Pas de deux / Antony Tudor Five Brahms Waltzes in the Manner of Isadora Duncan / Frederick Ashton Jardin aux lilas / Antony Tudor Johannes Brahms - Symphonie Nr. 2 (Uraufführung) / Martin Schläpfer
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Weitere Termine
Theater Duisburg
Juni 2013
| So | | | 02.06. | | 15:00 | |
| Sa | | | 08.06. | | 19:30 | |
Dauer: 2 ¼ Stunden, zwei Pausen
The Leaves are Fading - Pas de deux
Antony Tudor
Antony Tudor zählt zu den wichtigsten Erneuerern des klassischen Balletts im 20. Jahrhundert. 1908 in London geboren begeisterte er sich schon früh für den Tanz und wurde im Alter von 19 Jahren schließlich in die Klasse von Marie Rambert aufgenommen. 1930 schloss er sich ihrer legendären Compagnie als Tänzer, Sekretär und Assistent an und begann selbst zu choreographieren. In einer Tanzszene, die im England der 1930er Jahre vor allem durch die Ästhetik der Ballets Russes sowie den Ausdruckstanz des 1934 emigrierten Deutschen Kurt Jooss geprägt war, konnte sich Tudor in Konkurrenz zu Frederick Ashton mit seinen drei stilistisch höchst unterschiedlichen Arbeiten – „Jardin aux lilas“ (1936), „Dark Elegies“ (1937) und „Judgment of Paris“ (1938) – bald schon als treibende Kraft etablieren. Die Mittel des klassischen Balletts wusste er in eine Tanzsprache zu verwandeln, in welcher der Artist zum Darsteller wird und das menschliche Erleben, ausgedrückt durch den Tanz, ins Zentrum rückt. Seine künstlerische Heimat, und wieder in direkter Nachbarschaft zu einem weiteren Großen des klassischen Tanzes – George Balanchine –, fand Tudor schließlich im neugegründeten American Ballet Theatre in New York, für das er zahlreiche Choreographien schuf, darunter auch sein letztes großes, ganz einem puren neoklassischen Stil verpflichtetes Werk „The Leaves are Fading“ aus dem Jahre 1975. „Wenn er choreographierte, vereinte er die Essenz aller Bewegungen in seinem gesamten Wesen, in seinen Augen, seinem Rücken, seinen Händen“, schilderte Gelsey Kirkland die Arbeit mit Tudor. Für die berühmte amerikanische Ballerina und den Tänzer Jonas Kage kreierte Tudor den zentralen Pas de deux in „The Leaves are Fading“, der den Auftakt zum Ballett am Rhein-Programm b.14 bildet. Ein elegisches, der Welt entrücktes Duo, das von einem ebenso bedingungs- wie selbstlosen Vertrauen zwischen zwei Menschen – einem Mann und einer Frau – spricht.
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THE LEAVES ARE FADING - PAS DES DEUX
Antony Tudor
MUSIK
Nr. 8 aus „Die Zypressen. 12 kurze Sätze für Streichquartett“ o. op. B 152 von Antonín Dvořák in einer Bearbeitung für Streichorchester
Choreographie Antony Tudor
Musikalische Leitung Wen-Pin Chien
Bühne und Kostüme Thomas Ziegler
Licht John B. Read
Einstudierung Kirk Peterson
Pas de deux Ann-Kathrin Adam, Marcos Menha
Orchester Duisburger Philharmoniker
Five Brahms Waltzes in the Manner of Isadora Duncan
Frederick Ashton
Eine Miniatur sind Frederick Ashtons „Five Waltzes in the Manner of Isadora Duncan“ – doch was für eine! Zu Ehren der bedeutenden Wegbereiterin des modernen Tanzes Isadora Duncan schuf der Brite sein Solo auf fünf Walzer aus Johannes Brahms’ Opus 39 und widmete sie einer nicht weniger bedeutenden Ballerina: Lynn Seymour. Diese ist wiederum beim Ballett am Rhein nun zu Gast, um Ashtons Choreographie für den Ballettabend b.14 neu einzustudieren.Bis heute hat ihr Name einen magischen Beiklang, führt er uns zurück an die Anfänge des Ausdruckstanzes, ohne sie jedoch konkret vor unseren Augen wiederauferstehen lassen zu können. Außer einigen Fotografien, Skizzen und schriftlichen Äußerungen von und über Isadora Duncan ist kein wirklich konkretes Material überliefert, mit dem sich ihre Tänze rekonstruieren ließen. Isadora Duncan träumte von einer Erneuerung des Balletts aus dem Geist der Antike, einer körperlichen Verlebendigung der „Welt der griechischen Phantasie“ (Walter Paters) mit den Mitteln der so flüchtigen Tanzkunst und dem Wiederfinden einer längst verlorenen Sinnlichkeit. Barfuß und in einer Tunika, die zugleich verhüllte und ausstellte, ließ sie in ihren Performances alle Konventionen hinter sich und erschütterte nicht nur die Grundfesten des klassischen Balletts.
Frederick Ashton – der bei Léonide Massine und Marie Rambert ausgebildete Brite, der mit seinem elegant-lyrischen und von großer Klarheit und Musikalität geprägten Stil über viele Jahre den englischen Tanz bestimmte – war von Aufführungen der Duncan derart fasziniert, dass er der Amerikanerin schließlich mit einer eigenen Arbeit ein Denkmal setzte. Auf den von der Künstlerin selbst mehrfach vertanzten Walzer Nr. 15 aus Brahms’ Opus 39 kreierte er für Lynn Seymour ein erstes, 1975 im Rahmen einer Hamburger Gala uraufgeführtes Solo, das er ein Jahr später anlässlich des 50. Jahrestags des Ballet Rambert um vier weitere Walzer ergänzte. Seine eigenen, persönlich gefärbten Erinnerungen an Isadora Duncans Tanzen verband er mit Erinnerungen von Zeitzeugen und Notizen von Marie Rambert und schuf auf diese Weise ein Ballett, das Hommage und Vergegenwärtigung, Erinnerung und Neukreation in einem ist – tanzhistorische Überblendung und zugleich äußerst lebendige Bühnenkunst: die Spiegelung Frederick Ashtons in der Tanzkunst Isadora Duncans.
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FIVE BRAHMS WALTZES IN THE MANNER OF ISADORA DUNCAN
Frederick Ashton
MUSIK
Walzer Nr. 1, 2, 8, 10, 13 und 15 aus op. 39 von Johannes Brahms
Choreographie Frederick Ashton
Einstudierung Lynn Seymour
Licht John B. Read
Klavier Dirk Wedmann
Solistin Camille Andriot
Jardin aux lilas
Antony Tudor
Eine Frau streckt ihre Hand nach einem Mann aus. Er kommt zu ihr, nimmt sie und bricht sie wie eine Blume. Er möchte sie besitzen, sie zu seinem Eigentum machen, doch Caroline liebt einen anderen …Aus dieser klassischen Dreier-Konstellation – einer Liebe, die vergeblich auf ihre Erfüllung hofft und schließlich zurückgewiesen und zerstört wird – schuf Antony Tudor im Bild eines duftenden Fliedergartens und zu der hochromantischen Musik von Ernest Chaussons „Poème“ für Violine und Orchester 1936 sein Meisterwerk „Jardin aux lilas“. Einer psychologischen Studie gleich ist nicht die äußere Handlung des Geschehens wesentlich, sondern die innere Motivation der Charaktere sowie das Ausloten der durch die Zwänge der Gesellschaft im edwardianischen England bestimmten Handlungsweisen und Sehnsüchte.
Anders als sein Zeitgenosse George Balanchine war Antony Tudor nicht auf der Suche nach abstrakten Tanzfiguren, sondern beschäftigte sich intensiv mit der Entwicklung einer ganz eigenen, neuartigen Gestik, die scheinbar unbewusst und reflexartig eingesetzt wird und hinter der sich stets die Suche nach Wahrhaftigkeit verbirgt. „Jede Pose, jede Geste ist mit äußerster Expressivität gefüllt, ohne dass dabei die klassische Linie verloren ginge“, schreibt Jochen Schmidt. „In der Versöhnung von Form und Ausdruck hat es Tudor in seinen besten Stücken zu unübertrefflicher Meisterschaft gebracht.“ – Ein melancholischer, traumverlorener Reigen um die romantischen Liebesgefühle junger Menschen.
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JARDIN AUX LILAS
Antony Tudor
MUSIK
„Poème“ für Violine und Orchester op. 25 von Ernest Chausson
Choreographie Antony Tudor
Musikalische Leitung Wen-Pin Chien
Bühne und Kostüme Thomas Ziegler
Licht John B. Read
Einstudierung Donald Mahler
Solo-Violine Natasha Korsakova
Caroline, die Braut Claudine Schoch
Ihr Liebhaber Paul Calderone
Der Mann, den sie heiraten muss Christian Bloßfeld
Eine Episode aus dessen Vergangenheit Louisa Rachedi
Freunde und Verwandte Doris Becker, Carolina Francisco Sorg, Anne Marchand, Anna Tsybina, Jackson Carroll, Philip Handschin, Bruno Narnhammer, Boris Randzio
Orchester Duisburger Philharmoniker
Johannes Brahms - Symphonie Nr. 2 (Uraufführung)
Martin Schläpfer
Einen Blick zurück – nicht nur in die Ballettgeschichte, sondern auch in die eigene Biographie – bedeutete für Martin Schläpfer die Zusammenstellung seiner 14. Premiere für sein Ballett am Rhein. Frederick Ashton, Antony Tudor, Lynn Seymour – Namen, die ihn zurückdenken lassen an seine eigene Zeit in London während seiner Ausbildung an der Royal Ballet School 1977/78, in der er nicht nur die Arbeiten dieser Choreographen eingehend studierte, sondern auch die ihn zutiefst faszinierende und inspirierende Nähe zu den Stars des Royal Ballet – darunter Lynn Seymour – hautnah erfahren durfte. Der Komponist Johannes Brahms schrieb während eines Sommeraufenthaltes im geliebten Pörtschach am Wörthersee 1877 seine 2. Sinfonie. Von Anfang an sah man in der Komposition ein unbeschwertes Orchesteridyll, eine Art Pendant zu Beethovens „Pastorale“. Theodor Billroth, ein Freund von Brahms, schrieb über die Komposition: „Das ist ja lauter blauer Himmel, Quellenrieseln, Sonnenschein und kühler grüner Schatten!“ Eine Sinfonie also als ein Naturbild? Der Beginn mit seinen naturhaften Hörnerklängen, die bukolischen Holzbläser, mit denen sich das 1. Thema präsentiert, die Streicherkantilenen, die dem Werk seinen warmen Klang verleihen, oder die pastoralen Flöten und Oboen – all dies unterstützt eine solche Einschätzung, von der man sich allerdings zugleich nicht täuschen lassen sollte, warnte doch der sonst eher wortkarge Brahms bereits selbst vor seinem „neuen lieblichen Ungeheuer“.
Den Komponisten der „Five Waltzes“ und damit eine auch die anderen Ballettmusiken des Abends prägende spätromantische Tonsprache aufgreifend, sieht Martin Schläpfer sein neues Ballett auf Brahms‘ Sinfonie Nr. 2 D-Dur op. 73 als eine Art „Schulterschluss“. Zugleich bedeutet ihm die Wahl dieser Komposition aber auch einen weiteren Schritt in der Auseinandersetzung mit den großräumigen Dimensionen sinfonischer Architektur und ihrer Fruchtbarmachung für seine, ihre Energien immer wieder aufs Neue aus den Musiken ziehende Tanzkunst.
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JOHANNES BRAHMS - SYMPHONIE NR. 2 (Uraufführung)
Martin Schläpfer
MUSIK
Sinfonie Nr. 2 D-Dur op. 73 von Johannes Brahms
Choreographie Martin Schläpfer
Musikalische Leitung Wen-Pin Chien
Bühne und Kostüme Keso Dekker
Licht Franz-Xaver Schaffer
Tänzerinnen Ann-Kathrin Adam, Marlúcia do Amaral, Doris Becker, Wun Sze Chan, Mariana Dias, Feline van Dijken, Christine Jaroszewski, Yuko Kato, So-Yeon Kim, Anne Marchand, Nicole Morel, Louisa Rachedi, Claudine Schoch, Virginia Segarra Vidal, Daniela Svoboda, Irene Vaqueiro
Tänzer Andriy Boyetskyy, Paul Calderone, Jackson Carroll, Martin Chaix, Helge Freiberg, Philip Handschin, Marquet K. Lee, Sonny Locsin, Marcos Menha, Chidozie Nzerem, Boris Randzio, Alexandre Simões, Remus Sucheana, Maksat Sydykov
Orchester Duisburger Philharmoniker


















