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b.16
Afternoon of a Faun / Jerome Robbins Without Words / Hans van Manen Nacht umstellt (Uraufführung) / Martin Schläpfer
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Further Dates And Events
Opernhaus Düsseldorf
July 2013
| Fr | | | 05.07. | | 19:30 | |
| Su | | | 07.07. | | 18:30 | |
| Tu | | | 09.07. | | 19:30 | |
| Su | | | 14.07. | | 18:30 | |
| Sa | | | 20.07. | | 19:30 | |
Afternoon of a Faun
Jerome Robbins
Zur Musik Claude Debussys hatte Vaclav Nijinsky mit seinem von ihm selbst getanzten Ballett „L’après-midi d’un faune“ 1912 einen der größten und folgenreichsten Skandale der Tanzgeschichte auf die Bühne gebracht: Mit abgehackten, eindimensionalen und im Profil verlaufenden Bewegungsabläufen sowie einer erotisch höchst aufgeladenen Atmosphäre brachte der Ballets Russes-Tänzer die ästhetischen Grundfesten des klassischen Balletts zum Wanken. Über 40 Jahre später, im Mai 1953, nahm sich der Amerikaner Jerome Robbins Debussys Komposition ein weiteres Mal vor und ließ sich zu einer ganz anderen Choreographie inspirieren. Die Idee lieferte ihm hierzu ein eher alltägliches Erlebnis: Als er in einem Ballettsaal des New York City Ballet den damaligen Tanzstudenten Eddie Villella im nachmittäglichen Sonnenlicht schlafend auf dem Boden sah, stieg das archaische Bild eines Fauns, der von einer jungen Ballerina geweckt wird, vor seinem Auge auf. Ein zufälliges Aufeinandertreffen zweier Tänzer im Ballettstudio – ein Mann und eine Frau, vielleicht Darsteller von Nijinskys Faun und Nymphe – wurde Ausgangspunkt für Robbins’ eindringlichen Pas de deux. Die Stimmung ist ebenso erotisch erhitzt wie von geradezu naiver Unschuld. Ein kurzes Miteinander, ein zarter Kuss bleiben ohne Folgen. Die beiden Tänzer finden nicht wirklich zueinander, ihre Blicke halten einander nicht stand, sondern verlieren sich immer wieder in der Betrachtung ihrer eigenen Spiegelbilder: zwei junge Menschen, gefangen in einer narzisstischen Einsamkeit.
Jerome Robbins gehört zu den Klassikern unter den amerikanischen Choreographen des 20. Jahrhunderts. Nur wenigen Künstlern gelang es wie ihm, klassisches Ballett und Broadway, hohe Kunst und kommerzielle Unterhaltung zu vereinen. Eher selten sind seine Werke in Europa zu sehen, so dass es zu den besonderen Akzenten im Spielplan des Balletts am Rhein gehört, Robbins’ „Afternoon of a Faun“ im Opernhaus Düsseldorf präsentieren zu können.
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AFTERNOON OF A FAUN
Jerome Robbins
MUSIK „Prélude à l’après-midi d’un faune“ von Claude Debussy
Choreographie Jerome Robbins
Musikalische Leitung Wen-Pin Chien
Bühne und Licht Jean Rosenthal
Kostüme Irene Sharaff
Einstudierung Anita Paciotti
Orchester Düsseldorfer Symphoniker
Without Words
Hans van Manen
Eine Frau begegnet drei verschiedenen Männern. Sie lässt sich auf sie ein voller Zärtlichkeit, voller Erotik, voller nicht fassbarer Sehnsucht – und behält doch konsequent ihre kühle Beherrschung. Der Ausgang der Geschichte bleibt ungewiss. Seine schönsten, bewegendsten, kraftvollsten, aber auch melancholischsten Choreographien widmet Hans van Manen der Urform menschlicher Begegnung: dem Aufeinandertreffen von Mann und Frau. Dies gilt auch für sein 2010 für Het Nationale Ballet Amsterdam entstandenes Stück „Without Words“, das der bedeutende niederländische Choreograph nun als Wiedereinstudierung dem Ballett am Rhein als erster deutscher Compagnie anvertraute.
„Alles, was überflüssig ist, lasse ich weg. Ich habe immer weniger nötig, um mehr zu machen“, sagte Hans van Manen einmal im Interview mit dem Bayerischen Rundfunk. Die Fülle in der Reduktion ist sein Geheimnis, und dies gilt auch für „Without Words“. „Ohne Worte“ und doch in seiner äußerst beredten Bewegungssprache breitet der Choreograph verschiedene Zustände zwischen Sehnsucht und Gefasstheit, geheimen Wünschen und klarem Wissen, Emanzipation und Abhängigkeit vor uns aus. „Ein Kammerspiel des Verlangens, wie es atemberaubender nicht sein könnte“, schrieb Wiebke Hüster in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung über die Uraufführung.
„Ohne Worte“ ist aber auch die Musik, die Hans van Manen als Basis dient. Nach einer Idee des Dirigenten Reinbert de Leeuw verwendete er von Hugo Wolfs 1888 entstandenen vier „Mignon-Liedern“ nur den Klavierpart, ließ den Gesang und damit auch Goethes berühmte Texte aus „Wilhelm Meisters Lehrjahre“ weg: Eine in die höchsten Verfeinerungen getriebene „Nervenmusik“ von unstetem, fast expressionistischem Ausdruck, einem Rütteln an den Fundamenten und Grundfesten – nicht nur jenen der Tonalität.
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WITHOUT WORDS
Hans van Manen
MUSIK Vier Mignon-Lieder von Hugo Wolf „ohne Worte“ nach einer Idee von Reinbert de Leeuw
Choreographie Hans van Manen
Bühne und Kostüme Keso Dekker
Licht Bert Dalhuysen
Einstudierung Mea Venema
Klavier Stephen Harrison
Nacht umstellt (Uraufführung)
Martin Schläpfer
Oft sind es Gegensätze, die sich befruchten, gegeneinander stehende Welten, aus deren Spannungsverhältnis sich etwas Neues ergibt. Für seine Uraufführung „Nacht umstellt“ kreierte sich Martin Schläpfer eine Art eigene Partitur aus der Kombination und Konfrontation der beiden Komponisten Franz Schubert und Salvatore Sciarrino. Salvatore Sciarrinos Komponieren beschreibt Martin Schläpfer als eine Musik, die „still steht, in der weder die einzelnen Instrumente noch der Ton an und für sich voll zum Tragen kommen – und doch ist es eine Musik, die in ihrer Intensität ihresgleichen sucht.“ Wie ein Forscher horcht Sciarrino in die Klänge hinein, betrachtet sie wie unter einem Vergrößerungsglas, lässt winzigste Intervall-Spannungen hörbar werden, denn – so Sciarrino – „in gewissem Sinne muss jedes Ding durch das Werden hindurchgehen, um zu unserem Bewusstsein zu dringen“. Der 1947 in Palermo geborene Komponist zählt zu den konsequentesten Querdenkern der zeitgenössischen Musik.
Das Werk Franz Schuberts umkreist Martin Schläpfer immer wieder in seinen Balletten: „Rendering“, „Du bist die Ruh“ aus „Obelisco“ und „Forellenquintett“ entstanden auf Kompositionen des Wiener Romantikers – und die Faszination lässt nicht nach. „Schuberts ‚Deutsche Tänze‘ sind schon lange mein Favorit“, erläutert Martin Schläpfer, ebenso wie die „Unvollendete“ h-Moll-Sinfonie, „Musik, die man als Choreograph eigentlich nicht anfassen sollte, und doch beschäftige ich mich seit vielen Jahren mit dem Gedanken, ein Ballett auf sie zu machen. Sie ist so tänzerisch in all ihrem Verschleudern von Lebensenergie, Schönheit und Trauer, ohne dabei jedoch die energiespendende und seelenheilende Mitte je zu verlieren. Wie ein Strudel, wie ein Tornado rotiert sie und fegt übers Land – und bleibt plötzlich stehen und wird milde wie ein schöner strahlender Stern. Nachtumstellt ist Schuberts ‚Unvollendete‘, nachtumstellt war Schubert als Mensch.“
„Nacht umstellt“ wird gefördert im Rahmen des Fonds Neues Musiktheater 2013.
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NACHT UMSTELLT
Martin Schläpfer
MUSIK 16 Deutsche Tänze D 783 von Franz Schubert / „Il suono e il tacere“ von Salvatore Sciarrino / Sinfonie Nr. 7 h-Moll D 759 („Unvollendete“) von Franz Schubert / „Shadow of Sound“ von Salvatore Sciarrino / Mehrstimmiger Gesang „Die Nacht“ D 983c von Franz Schubert

Choreographie Martin Schläpfer
Musikalische Leitung Wen-Pin Chien
Bühne Florian Etti
Kostüme Catherine Voeffray
Licht Thomas Diek
Orchester Düsseldorfer Symphoniker


